Unter dem Motto #KunstBrauchtGunst zogen letzte Woche 150 Musikerinnen und Musiker in einem Flashmob durch Wernigerode und forderten eine nachhaltigere Kulturfinanzierung. Angeführt wurde der Zug von Gerald Mertens, der sich auf der anschließenden Delegiertenversammlung als Geschäftsführer der deutschen Orchestergewerkschaft unisono verabschiedete. Seit 2001 ist der studierte Anwalt und Kirchenmusiker im Amt, bereits 1990 fing er als Jurist bei der – damals noch – Deutschen Orchestervereinigung (DOV) an. In Wernigerode trat Mertens als »Graf Zaster von Pilaster« auf, in Lüneburg, bei Protesten gegen die drohende Abschaffung der dortigen Symphoniker, war er auch schonmal Johann Sebastian Bach …

VAN: Sich Perücken aufzusetzen und in ungewöhnliche Rollen zu schlüpfen – war das schon immer eine geheime Leidenschaft von Ihnen, oder hat sich die erst während Ihrer Amtszeit entwickelt?

Gerald Mertens: Bei früheren Aktionen bin ich immer ganz seriös in meinem schwarzen Konzertanzug aufgetreten. Mein erstmaliger Auftritt als Johann Sebastian Bach in Lüneburg im Juni 2023 hatte einen historischen Kontext. Was nur wenige in der Stadt wussten: Bach ist dort zwei Jahre lang zur Schule gegangen. Das konnte ich unmittelbar für unsere Aktion aufgreifen und gegenüber den kommunalen Trägern sehr authentisch aus Briefen und Kantatentexten von Bach zitieren.


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... ist Gründer und Herausgeber von VAN. ✉️ hartmut@van-verlag.com