Das bundesweite Netzwerk explore dance – Tanz für junges Publikum erhält im Jahr 2026 keine Bundesförderung mehr. Damit steht die überregionale Arbeit der Initiative, die seit über acht Jahren Zugänge zur Kunstform Tanz schafft, vor erheblichen Problemen. Der Wegfall der Mittel trifft das Netzwerk in einer Phase wachsender Nachfrage seitens Schulen und Bildungseinrichtungen.
Erst in diesem Jahr hatte explore dance seine Struktur auf sechs Partner in sechs Bundesländern erweitert, um Angebote auszubauen und noch mehr Kinder und Jugendliche – unabhängig von Wohnort oder sozialem Hintergrund – zu erreichen. Die Streichung bedeutet nun, dass geplante Gastspiele und Neuproduktionen für 2026 akut gefährdet sind.
Die Entscheidung sei »ein Schritt in die falsche Richtung«, denn der Bedarf an künstlerischen Angeboten für junge Menschen sei ungebrochen, so die Vorstandsvorsitzenden Kerstin Evert (K3 | Tanzplan Hamburg) und Sven Till (fabrik Potsdam). »Die Förderung von künstlerischem Erleben für Kinder und Jugendliche braucht Kontinuität. Die bestehende Lücke im Kulturangebot für Kinder und Jugendliche darf nicht noch größer werden.«
Obwohl das Netzwerk weiterhin von Ländern, Kommunen und Stiftungen in den Partnerstädten Hamburg, München, Potsdam, Frankfurt, Stralsund und Dresden unterstützt wird, gelten zusätzliche Bundesmittel als unverzichtbar für die Produktion neuer Stücke und nachhaltige Tourneen.
Seit 2018 hat explore dance 35 Tanzproduktionen für junges Publikum realisiert und mehr als 650 Vorstellungen bundesweit und international gezeigt – begleitet von Workshops, Probenbesuchen und weiteren Vermittlungsangeboten. Die Initiative wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Deutschen Tanzpreis 2024 und dem Theaterpreis Der FAUST, und gilt als Modell für kooperativen Kulturföderalismus.
Das Netzwerk wird noch bis Ende November 2025 durch den Bund gefördert. Die Verantwortlichen hoffen weiterhin auf politische Unterstützung, um die erfolgreiche Arbeit für junges Publikum fortsetzen zu können.
Die Streichung der Förderung für explore dance reiht sich ein in weitere Einschnitte im Bereich der Freien Darstellenden Künste – trotz eines Rekord-Etats von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer von 2,57 Milliarden Euro. Wie VAN gestern berichtete, wird im Bundeshaushalt 2026 auch die Förderung des Bündnis internationaler Produktionshäuser eingestellt. ¶

