Die Räuberpistole vom Orchester als besserer Gesellschaft wird immer mal wieder erzählt. Bisweilen gilt für Klangkörper jedoch eher Sartres berühmtes Verdikt aus seinem Drama Geschlossene Gesellschaft: ›Die Hölle, das sind die anderen.‹ Wer dafür Anschauungsmaterial sucht, wird in diesen Tagen in Potsdam fündig. Das dort ansässige Deutsche Filmorchester Babelsberg, dessen Wurzeln bis zum 1918 gegründeten UFA-Sinfonieorchester zurückreichen, hat vielen Stürmen der deutschen Geschichte getrotzt. Mehrmals stand es dabei kurz vor dem Aus, überlebt hat es entgegen aller Wahrscheinlichkeiten trotzdem. Jetzt sind es ausgerechnet die inneren Fliehkräfte, die es zu spalten drohnen.
Es ist ein Konflikt, wie er in ähnlicher Konstellation schon tausendfach in anderen Organisationen ausgetragen wurde: alte Verdienste gegen neue Ideen, überkommene Strukturen gegen Veränderungswillen, alt gegen jung – und eine Gründerfigur, der die einen loyal, die anderen kritisch gegenüberstehen.

