Digger sei Dank – ein wundersames Werk der italienischen Nachkriegs-Avantgarde taucht auf, das zu großen Teilen aus Library-Musik besteht.

Text · Datum 4.5.2016

Der bereits 1992 verstorbene italienische Komponist, Dirigent und Musiker Egisto Macchi dürfte hierzulande nur Wenigen bekannt sein. Fans italienischer Filmmusik der 1970er Jahre kennen Macchi von seinen Scores für Filme wie Bandidos, The Assassination of Trotzky, Padre Padrone oder Mr. Klein. Und Neue Musik-Hörern, die sich auch für die Randbereiche dieser Musik interessieren, könnte Egisto Macchi als Mitglied der Improvisationsgruppe Nuova Consonanza ein Begriff sein. Bei Nuova Consonanza war Macchi ein Mitstreiter von Ennio Morricone, mit dem ihn nicht nur eine langjährige Freundschaft verband, sondern auch ein ähnliches künstlerisches Schicksal. Denn Macchis zahlreiche Kompositionen aus dem Bereich der ›E-Musik‹ wurden zu Lebzeiten in Italien zwar aufgeführt und gefeiert, aber nie auf dem Tonträgermarkt veröffentlicht. So beschränkt sich das zugängliche Werk Macchis auf seine Soundtracks und Produktionen für Library-Firmen. Dem Enthusiasmus kleiner Labels auf dem stetig wachsenden Vinyl-Markt ist es zu verdanken, dass Macchis Library-Musik aus den 1970er Jahren zum ersten Mal kommerziell erhältlich ist – einen großen Komponisten aus der italienischen Nachkriegs-Avantgarde gibt es hier zu entdecken.


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