Dirk Rothbrust wirkt ein bisschen geknickt, er kommt auf Krücken. Sein rechter, äußerer Mittelfußknochen ist in vier Teile gebrochen, jetzt ist eine Platte mit acht Schrauben drin und Konzerte sind gefährdet: Die regelmäßigen WDR-Konzerte mit dem Ensemble Musikfabrik im Funkhaus am Wallraffplatz, das Jubiläumskonzert zum 25-jährigen Jubiläum und der c/o-Pop-Auftritt mit Mouse on Mars zum Beispiel. Dazu die Auftritte mit dem Schlagquartett Köln. Vor unserem Treffen hat er über Konstruktionen nachgedacht, die es ihm erlauben, die Kickdrum mit der Hand zu spielen. Als er mir die Räume der Musikfabrik im Kölner Mediapark zeigt, wird klar: Für Konstruktionen ist das hier der richtige Ort. Es gibt Räume, die sehen aus wie ein Baumarkt für Drummer. Am morgen hat gerade ein Lastwagen die Instrumente abgeholt, die das Ensemble nach den Plänen des Komponisten Harry Partch gebaut hat. Sie fahren nach Taiwan, das Ensemble wird im September nachreisen. Die hoffnungsfrohe Nachricht kommt kurz vor Erscheinen dieses Artikels: Der Fuß wird täglich besser, Rothbrust übt wieder seit einer Woche, die Bewegungen, die der Fuß beim Spielen ausführt sind gut für den Wiederaufbau. Das heißt, dass auch die Proben zum Auftritt mit der Musikfabrik beim Musikfest Berlin am 18. September stattfinden können: Dort wird mit Varèses Ionisation ein Urstück der Schlagzeugmusik gespielt, außerdem mit Frank Zappa ein Urvater von Rothbrusts persönlicher musikalischer Sozialisation. Hier übernimmt er dann auch die musikalische Leitung. Um das Gelände der Musik für Schlagzeug, Schlagwerk und Perkussion immer mal wieder abzustecken, hören wir während des Gesprächs musikalische Inputs.
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