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Fotos Vladimir Gorlinsky und Alexey Sysoev

Am 29. April 2016 wurden teilnehmende Kinder und die Jury eines Jugendliteraturwettbewerbs, organisiert von der Memorial-Gesellschaft, die sich dem Gedenken der Opfer der Stalin-Zeit widmet, darunter die weltberühmte Schriftstellerin Ljudmila Ulizkaja, vor dem Moskauer ›Haus des Kinos‹ von nationalistischen Hooligans mit Eiern und Farbe beworfen. Die anwesende Polizei hat nicht eingegriffen. Einige Hooligans, die sich mit Uniformen sowjetischer Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg kostümiert hatten, sprachen in Fernsehkameras: Die von ihnen attackierten Kindern seien »die Juden, denen die Dämonen ausgetrieben werden müssen«.

Am 21. April wurde der britische Journalist Arthur House, stellvertretender Chefredakteur des Calvert Journals, direkt nach seiner Vorlesung über Kunstprojekte in Osteuropa im ›Staatlichen Zentrum für Zeitgenössische Kunst‹ in Nischni Nowgorod verhaftet und des Landes verwiesen unter dem Vorwand, sein Einreisevisum sei nicht in Ordnung. Diesem Vorfall ging bereits 2008 die Schließung sämtlicher Standorte des gemeinnützigen ›British Council‹ in der russischen Provinz voraus, mit der Begründung, sie dienten allein der Spionage und Propaganda russenfeindlicher Werte. Seit Juli 2012 muss sich jede Nicht-Regierungsorganisation, die eine, auch einmalige, Unterstützung aus dem Ausland bezieht, als »ausländischer Agent« bei den staatlichen Behörden melden; den Begriff hat die russische Staatsduma direkt aus dem Vokabular der Nazis übernommen. Viele unabhängige Kulturstiftungen mussten in der Folge schließen, weil ihnen das ihre Aktivitäten unmöglich gemacht wurde. Die neue Regelung traf auch die zeitgenössische Musik, zum Beispiel wurde die Tätigkeit der Petersburger ›Pro-Arte‹-Stiftung, die von der Ford Foundation mit unterstützt wurde, praktisch eingestellt.


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