The Yellow Tie, ein Biopic über den rumänischen Dirigenten Sergiu Celibidache, fängt übel an und wird immer schlimmer. Zu Beginn begegnen wir dem alten Celi (John Malkovich), der bei einem Mittagessen auf seinem Anwesen in Frankreich mit einer Gruppe japanischer Labelbosse über ein zukünftiges Engagement spricht. Zu seiner Bestürzung haben sie eine Klausel in die Verträge aufgenommen, die die kommerzielle Veröffentlichung seiner Aufnahmen erlaubt. »Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unserer Branche ändern sich«, erklärt einer von ihnen. Celi explodiert: »Leute wie Sie ruinieren die klassische Musik!«, ruft er, seine Lebensgefährtin Ioana (Miranda Richardson) schaut betreten. Die Labelbosse werden von Celis Hunden vom Anwesen gejagt.
In einer Welt, in der Musik vor allem über In-Ears gehört wird, unermüdlich für den geistigen Wert von Live-Musik zu plädieren, trägt inhaltlich vermutlich nicht mal über einen VAN-Kommentar, geschweige denn über einen Spielfilm von zwei Stunden und fünfundzwanzig Minuten Länge. Doch genau das entpuppt sich als zentrale These von The Yellow Tie, eine These, die der Regisseur dem Publikum offenbar unbedingt einhämmern will. Nicht nur die Labelbosse bekommen die Pedanterie von Celi père zu spüren. Sein Sohn Milky (Charlie Rowe) bringt seinen Vater dazu, eine Raubkopie seines eigenen Konzerts anzuhören, und muss daraufhin dessen rasende Wut über sich ergehen lassen.

