Als Laura* ihren Job im Künstlermanagement bei einer großen Londoner Agentur antrat, musste sie nicht nur rund um die Uhr zur Verfügung stehen, sondern zusätzlich noch eine private Belastung aushalten: Ein Freund eines Freundes stalkte sie online. Als sie schließlich zur Polizei ging, riet man ihr, alle Fotos von ihren Social-Media-Seiten zu löschen und sich online eine Weile »bedeckt« zu halten. Etwa zur gleichen Zeit überarbeitete Lauras Agentur ihr Firmen-Branding und wollte ein Foto von ihr auf die neue Teamseite stellen. Laura erzählte ihren Kolleginnen und Kollegen, dass ihr die Polizei von Bildern im Netz abgeraten habe. Ihr Foto ging trotzdem online. »Oh, was soll schon passieren?«, war die einzige Reaktion, erzählt sie mir. Eines nachts im Februar 2016 wartete Lauras Stalker auf sie, als sie gerade das Büro verließ. Er hatte ihr Foto auf der Agenturseite gefunden. Bei einem Geschäftsessen erzählte Lauras Chef einem ihrer Künstler von diesem Zwischenfall. Einen Monat später griff Lauras persönlicher Alptraum vollends auf ihr Berufsleben über, als sie den besagten Künstler bei einer Premiere in Covent Garden traf.  


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… berichtet über Musik und Kunst für Paper, die Washington Post, NPR, Gramophone und andere. Sie war Teil der Redaktion bei Time Out New York und WQXR/Q2 Music. Auf der Bühne der Brooklyn Academy of Music konnte man ihre Texte auch schon hören – beim Next Wave Festival. Seit 2020 ist sie festes Mitglied der VAN Redaktion. olivia@van-verlag.com