Accattone: Der Hass auf die Frauen, der Diebstahl an den Kindern, das Drangsalieren des Gefühls, die Verleugnung von Freundschaft, die Scham an der eigenen Hoffnung, kaputte Träume. Accattone ist aber auch die Impulsivität, die zufällige Gemeinschaft, der unverstellte Zorn, Körper, die nichts mehr zu verlieren haben. Accattone ist ein Film von Pier Paolo Pasolini, der bis dato, 1961, Schriftsteller war. Viele Kinos haben Accattone boykottiert, anderswo stürmten die Rechten Filmvorführungen, die Medien bevorzugten das Totschweigen. Vor allem die Römer wollten das nicht sehen: Das strukturelle Elend des Subproletariats vor den Toren ihrer Stadt war in dieser Wucht noch eine ganz andere Nummer als die Fahrraddiebe des Neorealismus. Zur Surrealität des Mangels kommt die Musik: Bach. Matthäuspassion, Brandenburgische Konzerte, erstes Klavierkonzert. Das mag der Provokation die Krone aufgesetzt haben, so ist zu lesen. Pasolini schrieb über die Musik:
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