Nicht alles, was hinkt, ist ein Ausgleich (wie schon Josef Herberger nicht sagte). Trotzdem kann man den Pianisten Stephan von Bothmer gleichsam als den Heribert Faßbender der Fußballmusik bezeichnen, denn beide haben die akustische Parallelaktion zum Sportereignis in den Rang einer eigenen Kunstform erhoben. Dieser brachte mittels des gesprochenen Worts das nackte Spiel auf eine höhere Ebene, jener tut es durch den gespielten Ton. Zur eben begonnenen Fußball-Weltmeisterschaft, die aus vielerlei Gründen vor allem in den politisch umgekippten USA eine Anfechtung sondergleichen darstellt, bietet Bothmer (wie bereits bei früheren Turnieren) eine Reihe von Fußball-Live-Konzerten an. Und diese erobern die Sphäre der reinen Kunst zurück, welche dem Spiel ursprünglich innewohnte.
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