Kein Meer, nirgends. Dabei hat Verdi es, als Aussicht ins Freie, als Traum von einem anderen Leben und einer anderen Welt, doch so eindrücklich sehnsuchtsvoll komponiert. Nur das Meerblau des hochgeschlossenen Kleids der Amelia lässt daran denken, und wie Fabio Luisi mit dem Koninklijk Concertgebouworkest im Graben der Amsterdamer Oper diese Meer-Musik klingen lässt, ist das schon die Beinah-Erfüllung aller Wünsche. Überhaupt: Mit den zartsamtigen ersten Streicherklängen, atmend, mitteilsam, ist die besondere tinta, die Grundfarbe des Stücks, sofort getroffen: ein Dunkel, in das manchmal Lichtstrahlen fallen, aus einem Pianissimo entwickelt, wie es nicht oft zu hören ist, und Luisi hält die Spannung bis zum Ende. Das Publikum: atemlos, deshalb hustenfrei. Sogar den Szenenapplaus vergessen sie manchmal, obwohl auch exzellent gesungen wird.
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