Fast acht Jahre ist es jetzt her, da schlüpfte aus der Hand des Dirigenten Sylvain Cambreling ein Frosch und machte »knack«. Der kleine, quietschgrüne Knackfrosch war die finale Pointe einer an Kuriositäten und Überraschungen reichen Uraufführung, die das Staatsorchester Stuttgart am 1. Januar 2018 zum Besten gab. Helmut Lachenmanns Marche fatale für großes Orchester wurde in den darauffolgenden Wochen zu einem der meistdiskutierten Stücke der zeitgenössischen Musik, denn das Erstaunen war groß: Wie nur hatte sich Lachenmann, der bislang noch immer mit existenzieller Wucht in unentdeckte Klanglandschaften vorgedrungen war, zu einem Marsch hinreißen lassen können, einem Marsch in Es-Dur! Von einer »unvorsichtig gewagten Eskapade« und »lust- und angstvollen Verirrung« sprach der Komponist selbst, und die von ihm im Werkkommentar gestellte Frage lieferte seinerzeit auch dem VAN Magazin die triftige Überschrift: »Wie konnte das passieren?«
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