An den Moment der Gralsenthüllung darf man hier, in der Stadt des weltberühmten Genter Altars, der ursprünglich nur dreimal im Jahr zu den höchsten christlichen Festen geöffnet wurde (eine überwältigende Wirkung muss das gewesen sein), wohl die allerhöchsten Erwartungen haben. Doch im Genter Opernhaus – das mit dem dortigen Musikfestival nichts zu tun hat – machen sich, als der neue Parsifal sich der ersten Öffnung des Gralsschreins nähert, erhebliche Befürchtungen bemerkbar. Zu dick ist der Dauerfluss von Zelebration und Mummenschanz, Bilder- und Gestenflut schon seit Aufführungsbeginn, als dass sich noch große zeremoniöse Steigerung ereignen könnte. Und auch der Dirigent Alejo Pérez hat bereits den Beginn des Vorspiels in so mezzofortigem piano genommen, dass spätere Steigerungen nicht leichtfallen.


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… lebt in Berlin, liebt Musik, schreibt Romane: u.a. ›Beethovn‹ (2020). Zuletzt erschien ›Silence‹. ✉️ KonzertgaengerBerlin@gmail.com