In Fanny und Felix Mendelssohn. Zwei Wege erzählt Beatrix Borchard die Geschichte der beiden berühmten Geschwister nicht selbst nach, sondern lässt Briefe, Tagebucheinträge oder Erinnerungen der Beteiligten sprechen, ergänzt durch Urkunden, Gesetze oder Abbildungen der Zeit. 

Während an Felix schon seit seiner Kindheit hohe, fast unerfüllbare Erwartungen als Komponist und damit öffentliche Person gestellt wurden, attestierte der Vater Fanny zwar ein ebensolches Talent, verweis sie aber klar auf ihre Rolle als Ehefrau. Fanny komponierte als Ehefrau und Mutter weiter und schuf sich, zum Beispiel mit ihren »Sonntagsmusiken«, bei denen bis zu 200 geladene Gäste Werken von Bach und Beethoven, aber auch Felix Mendelssohn und Fanny Hensel lauschten, auch im privaten Rahmen Anlässe für Auftritte vor großem Fachpublikum. Felix zog währenddessen als Komponist und Musiker in die Welt, hatte dort aber ein Leben lang mit hohen Ansprüchen und harter Kritik zu kämpfen.

So unterschiedlich die Lebenswege der beiden Geschwister waren, so stetig blieb ihr Kontakt. Ihr gehe es in ihrem neuen Buch nicht um Bewertungen, erklärt die Musikwissenschaftlerin Beatrix Borchard, »auch nicht um Hierarchien, etwa in dem Sinne, das, was er gemacht hat, war wichtiger als das, was sie als Musikerin gemacht hat. Das Öffentliche und das Private gehören untrennbar zusammen. Und: ohne Fanny kein Felix, ohne Felix keine Fanny. Sie hätten sich sicher jeweils anders entwickelt, wenn der andere nicht existiert hätte.«


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... machte in Köln eine Ausbildung zur Tontechnikerin und arbeitete unter anderem für WDR3 und die Sendung mit der Maus. Nach einem Schulmusik- und Geschichtsstudium in Berlin und Bukarest gibt sie Seminare in Musikwissenschaft und Musikjournalismus und ist Redakteurin bei VAN. merle@van-verlag.com