Schon das Lesen der lückenlos gefüllten und in der Programmwahl oft wenig originellen Konzertkalender von Klassiksolisten kann gefühlte Jetlags und Anflüge des Burn-Out-Syndroms auslösen. Auch die Geigerin Carolin Widmann, die seit 2006 als Professorin in Leipzig lehrt, ist viel unterwegs. Dabei bewegt sie sich allerdings in einem ungewöhnlich weiten Spektrum: Widmanns Aktivitäten umfassen Auftritte mit der Barockgeige ebenso wie Konzerte mit neuester Musik (2018 wird sie in Tokyo das neue Violinkonzert ihres Bruders Jörg uraufführen) und szenische Produktionen wie im vergangenen Januar mit Sasha Waltz in der Elbphilharmonie. Widmann galt einmal als Expertin für Zeitgenössisches. Inzwischen stehen in ihrer Diskographie Aufnahmen von Schubert, Schumann und Mendelssohn gleichberechtigt neben Alben mit Boulez und Sciarrino oder mit Morton Feldmans Stück Violin & Orchestra. »Das Publikum hat Lust auf Gehalt«, sagt sie am Ende unseres Treffens in Berlin.


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... studierte Literatur- und Musikwissenschaften und arbeitet als freier Dramaturg und Journalist unter anderem für den Tagesspiegel.