Seine liebste Beschäftigung: dem Hören und Sehen, dem Denken und Fühlen Flügel verleihen. Die gewaltigen Räume der inneren Bilder vermessen. Das, was wir Realität nennen, in assoziativen Text-, Bild- und Klang-Collagen beschreiben. Verborgene Verwandtschaften und Vernetzung aufspüren. Die Fülle des Möglichen sondieren. Als Schriftsteller (Lebensläufe) und Filmemacher (Abschied von gestern) wird Alexander Kluge in den 1960er-Jahren bekannt. Schon damals prägt eine unorthodoxe, um die Spuren des Subjektiven in der Geschichte kreisende Haltung die unvergleichlich vielstimmige Produktivität dieses uomo universale. Sein kontinuierlich erweitertes Projekt einer «Chronik der Gefühle» beruht auf der durch genaue Beobachtung, enzyklopädische Bildung und gelebte Erfahrung gespeisten Überzeugung, dass Sinn stiftende Erkenntnis nicht allein vom Verstand, sondern maßgeblich von den Sinnen gesteuert wird. In den imaginativen Dokumentationen, die er für seine 1987 initiierte Produktionsfirma dctp herstellt, hat das Musikalische, zumal die Oper als »Kraftwerk der Gefühle«, leitmotivisches Gewicht.
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