Seine liebste Beschäftigung: dem Hören und Sehen, dem Denken und Fühlen Flügel verleihen. Die gewaltigen Räume der inneren Bilder vermessen. Das, was wir Realität nennen, in assoziativen Text-, Bild- und Klang-Collagen beschreiben. Verborgene Verwandtschaften und Vernetzung aufspüren. Die Fülle des Möglichen sondieren. Als Schriftsteller (Lebensläufe) und Filmemacher (Abschied von gestern) wird Alexander Kluge in den 1960er-Jahren bekannt. Schon damals prägt eine unorthodoxe, um die Spuren des Subjektiven in der Geschichte kreisende Haltung die unvergleichlich vielstimmige Produktivität dieses uomo universale. Sein kontinuierlich erweitertes Projekt einer «Chronik der Gefühle» beruht auf der durch genaue Beobachtung, enzyklopädische Bildung und gelebte Erfahrung gespeisten Überzeugung, dass Sinn stiftende Erkenntnis nicht allein vom Verstand, sondern maßgeblich von den Sinnen gesteuert wird. In den imaginativen Dokumentationen, die er für seine 1987 initiierte Produktionsfirma dctp herstellt, hat das Musikalische, zumal die Oper als »Kraftwerk der Gefühle«, leitmotivisches Gewicht.


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schreibt seit den frühen 1990ern über Musik und anverwandte Themen. Als Schüler schlug er sich mit Latein und Altgriechisch herum, sonntags saß er auf der Orgelbank. Seine arg limitierten Tastenkünste mutet er heute nur noch sich selber zu. Drei Jahre lebte er in den USA, zwei Jahre in England. An der Freien Universität Berlin und State University of New York at Buffalo studierte er Germanistik, Anglistik, Amerikanistik und Philosophie. Von 1993 bis 2004 war er der für Musik, Medien und Kunst...