Lukasz Konieczny setzt eine Klammer um den experimentellen Raum für diese Winterreise, in Form eines buchstäblichen Dachbodenfundes. Im Nachlass seiner Großmutter fand der Bass ein schmales, graues NS-Notizheft aus dem Jahr 1945. Der Reichsadler auf der Innenseite zerkratzt, die Aufzeichnungen darin erschütternd. Koniecznys Urgroßvater Kazimierz Fidler zählte zu den 13.375 Polen, die 1940 ins Konzentrationslager Dachau verschleppt wurden. Nach der Befreiung und seiner Rückkehr schrieb er nüchtern und schonungslos seine Erlebnisse auf, die Schikane und das Morden, Erniedrigung und Hunger. Als Präludium zum Konzert gibt es eine Präsentation der Transkription und deutschen Übersetzung des Büchleins, herausgegeben vom Verein »Ins Offene – Kulturprojekte der Zukunft e.V.«, die entscheidend zur Konzentration des Publikums beiträgt.
Jetzt abonnieren, um weiterzulesen.
Unbegrenzter Zugang zu allen aktuellen Artikeln und dem Archiv
VAN als unabhängiges Magazin wird maßgeblich über Abos getragen. Mit Ihrem Abo ermöglichen Sie unsere Arbeit und sichern die Zukunft von VAN.
