Am Donnerstag, 26.1.2017, berichteten verschiedene Medien über einen Fall innerhalb des Leipziger Thomanerchors. Eltern hatten den Chat ihrer Kinder gelesen, stießen darin auf den mutmaßlichen sexuellen Kontakt zwischen einem »unter 14-Jährigen« und einem »unter 18-Jährigen« und den Konsum von Cannabis. Mehr ist nicht bekannt, vor allem die Bild-Zeitung skandalisierte andeutungsvoll. Unser Autor Mathias Monrad Møller, wie sein Freund Chris Herzog ehemals Mitglied der Thomaner, schreibt: »Chris und ich hatten in letzter Zeit ohnehin öfter die gemeinsame Chorzeit reflektiert. Also gab es auch eine Chat-Unterhaltung zum ›Skandal‹, was ganz gut passt, da dieser auch in diesem Medium ans Licht kam. Uns ist es wichtig, hervorzuheben, dass die Zeit im Thomanerchor für uns weitaus überwiegend von positiven Erfahrungen geprägt war – auch wenn der Chat das vielleicht nicht immer so widerspiegelt, was sich aus der Themenvorgabe ergibt. Das Internat hat uns Freiräume geboten, die ein ›normales‹ schulisches Umfeld nicht hätte bieten können. Neben der außergewöhnlichen musikalischen Ausbildung und Praxis war es für uns auch ein Raum, der von verantwortungsbewusstem und solidarischem Umgang geprägt war. Unsere Erfahrungen decken sich nicht zwangsläufig mit denen anderer Thomaner und wir können nur über die Zeit bis zu unserem Abitur im Jahr 2007 sprechen.«
»Der Schrank war damals wie ein eigenes Zimmer.«
Chris Herzog und Mathias Monrad Møller, zwei ehemalige Thomaner, reflektieren das Umfeld von Chor, Internat und Schule anlässlich der jüngsten Vorkommnisse.

