Zensurvorwürfe in Toronto und Darmstadt

Der Dokumentarfilm The Road Between Us erzählt die Geschichte des 7. Oktober aus israelischer Perspektive. Das Toronto International Film Festival (TIFF) zog den Beitrag kurzfristig aus dem Programm zurück – mit der bizarren Begründung, er verletzte womöglich die Urheberrechte der Hamas-Terroristen, deren Bodycam-Aufnahmen der Film verwendet. Tatsächlich steckte wohl eher die Angst vor antiisraelischen Protesten dahinter. Nachdem die Filmemacher um Regisseur Barry Avrich dem Festival daraufhin vorgeworfen hatten, »sein eigenes Programm zu zensieren«, wurde der Film doch noch gezeigt.

Auch die Darmstädter Ferienkurse sehen sich Zensurvorwürfen ausgesetzt: Ada Gomiz, Teilnehmerin des Workshops ›The Enby Future Manifesto‹, warf den Darmstädter Ferienkursen »faschistische und kolonialistische Zensur« vor, nachdem ihre Performance-Installation Huella Winka wegen Slogans wie »Free Palestine« und »Stop Genocide« aus dem Programm gestrichen worden war. Die Schader Stiftung, in deren Räumlichkeiten der Workshop stattfand, sah Gomiz’ Arbeit »nicht mit dem Selbstverständnis der Stiftung vereinbar«, der künstlerische Leiter der Ferienkurse, Thomas Schäfer, und der Darmstädter Oberbürgermeister Hanno Benz schlossen sich dieser Sichtweise an. Mitwirkende und Komponist:innen, darunter Fredrika Gullfot und Marco Momi, verurteilten den Vorfall hingegen als Zensur. Huella Winka wurde später in der Orangerie Darmstadt aufgeführt, unmittelbar vor der zweiten Aufführung von Maryanne Amachers GLIA. Thomas Schäfer teilte mit, er habe erst zehn Minuten zuvor von der Aufführung erfahren, was darauf hindeutete, dass sie nicht mit den Organisatoren abgestimmt war. 


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