Die neueste Form der Gebrauchsmusik nennt sich Neoklassik. Spur einer Regression.
Es wabern die Begrifflichkeiten
Neo-Classical, Post-Rock, Modern Classical, Indie Classical. Künstler/innen müssen sich nicht in Begriffe einordnen. Aber verhindern, dass unter den Zuhörer/innen Landschaften entstehen, über die diese sich mit Landkarten verständigen, können sie auch nicht. Man spricht über Musik, um sich Dinge zu zeigen oder vorzuschlagen. Professionell, aber etwas grober und knalliger machen das PR- und Marketingabteilungen. Gerade, wenn es um ›Neoklassik‹ (Neoclassical) geht, geschieht das in manchmal verschwörerischem und eindringlichem Ton; diese Stilrichtung passe perfekt zu VAN: Neoklassik ist die neue Klassik, VAN ist ein neues Klassikmagazin, »ihr seid doch auch cool und leidenschaftlich«. »Seid ihr Neoklassik oder Core-Klassik?«, wurden wir mal von einer Plattenfirma gefragt. Die Frage vermittelte den Eindruck, als ob es hier um zwei grundsätzliche Zielgruppen, Musikrichtungen, Marketinstrategien geht.

