Musik war immer irgendwie da, wahrscheinlich schon im Bauch meiner Mutter: Meine Eltern waren beide klassische Musiker, sie haben sich an der Oper kennengelernt. Mein Vater war Dirigent, meine Mutter hat das professionelle Singen mehr oder weniger mit meiner Geburt aufgegeben. (Ich habe das bedauert, weil ich mich als Auslöser sah, heute weiß ich aber, dass sie mit dem Betrieb generell nicht klarkam.) Jedenfalls wurde nicht ununterbrochen in der Wohnung herum gesungen, aber ich habe mitbekommen, wenn mein Vater am Klavier saß und an Partituren arbeitete.
In meiner Erinnerung gibt es ein singuläres Aha-Erlebnis – allerdings mit nicht-klassischer Musik: Mein Vater, den so etwas eigentlich überhaupt nicht interessierte, brachte von einer Amerika-Reise mal eine Beatles-Platte mit, da muss ich so sechs, sieben gewesen sein; es war diese blaue Best-Of-Doppel-LP. Und da hat sich sofort Come Together eingebrannt, bis heute mein Lieblingssong von den Beatles. An den Rest der Platte kann ich mich gar nicht erinnern, aber an Come Together bin ich sofort hängen geblieben: diesem Groove, dem Minimalismus des Arrangements und doch mit dieser Gewandtheit im Sound, diesen Zisch und Plop-Lauten, dem melancholischen Hauch, der Bass-Melodie.

