Besucht man das Grab von Frédéric Chopin auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise, dann sieht man schon von weitem Berge von Plastikblumen und Karten, voll mit Hieroglyphen. Wenn man weiß, wie wichtig Chopin für Polen ist – mit all seinen Chopin-Akademien, Chopin-Flughäfen und Chopin-Wodkas –, dann ist man überrascht, wie wenig man hier auf die polnischen Farben Weiß und Rot trifft. Noch überraschender ist es allerdings, im Vatikan das Grab von Johannes Paul II. völlig in rotweißem Glanz zu sehen. Immerhin, auch wenn das Pariser Grab für die Polen kein Pilgerort wurde wie das des ehemaligen Papstes in Rom, so hat Chopin doch im polnischen Selbstbewusstsein eine riesige Macht – und zwar eine Macht, mit der andere Völker auf dem europäischen Musikmarkt, von den Giganten Deutschland, Russland und Italien einmal abgesehen, nicht kämpfen können.
Jetzt abonnieren, um weiterzulesen.
Unbegrenzter Zugang zu allen aktuellen Artikeln und dem Archiv
VAN als unabhängiges Magazin wird maßgeblich über Abos getragen. Mit Ihrem Abo ermöglichen Sie unsere Arbeit und sichern die Zukunft von VAN.
