Mir scheint, dass die Familie Wagner und die Verantwortlichen der Bayreuther Festspiele nicht besonders viel für den Ring übrig haben. Das KI-Rheingold war schon schrecklich und irgendwie haben der Computer und seine »Kuratoren« es fertiggebracht, eine noch schlimmere Walküre zu produzieren. Von den vier Teilen des Rings ist die Walküre am komplexesten, sie kann besonders vielschichtig interpretiert werden. Sie ist der Dreh- und Angelpunkt des philosophischen Konzepts des Rings; hier zeigen sich Wagners Charaktere von ihrer mitfühlendsten und sympathischsten Seite. Im Mittelpunkt steht eine Liebesgeschichte, in der die Figuren – im Gegensatz zum Tristan – aus eigenem Antrieb handeln und die Liebe als eine Form der Freiheit betrachten, als Ablehnung einer Welt, die für sie unerträglich geworden ist.
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