Wer sich schon einmal in einem der berechtigterweise oft »Übezelle« genannten Probe- oder Unterrichtsräume, die ähnlich uncharmant an den meisten deutschen Musik(hoch)schulen zu finden sind, gequält hat, weiß: Auch der Ort macht die Musik. Er schwingt nicht nur auf seine ganz eigene Art mit, sondern kann beflügeln oder erdrücken. Susanne Karr hat in der italienischen Kleinstadt Pieve di Cento in der Emilia-Romagna mit der Casa della Musica einen Platz gefunden, an dem die Musik wirklich Raum hat.
Die Straße schlängelt sich dem Wegweiser »Casa della Musica« folgend durch die Gärten eines neuen Ortsteils Pieve di Centos. Dann steuert man direkt darauf zu: Ein extravagantes Gebilde aus gerundeten hölzernen Strukturen, die lose miteinander verbunden sind und von glänzenden Dachelementen gekrönt werden. Die Casa della Musica steht in direkter Verbindung zu einer Schule. Deren mit Graffiti und Wandmalerei gestaltete Fassade ergänzt die bunten Fenster der übrigen Gebäude, die man von hier aus im Blick hat.

