Oft bringt die Musik aus der Kindheit und Jugend nicht einfach nur die Erinnerungen aus dieser Zeit zurück – sie befördert einen tatsächlich zurück in die damalige Wirklichkeit und ruft physische Reaktionen, Adrenalin, Schweiß und Herzschmerz hervor. Barrie Kosky, Intendant und Chefregisseur der Komischen Oper Berlin, hat für diese Playlist nach seinen eigenen Erlebnissen gegraben und erinnert sich an seine Zeit als heranwachsender Schwuler in Australien und an den Einfluss seiner Großmutter. Er ist »Regisseur des Jahres 2016« (Opernwelt) und inszeniert im Sommer Die Meistersinger von Nürnberg bei den Bayreuther Festspielen. Seine letzte Inszenierung an der Komischen Oper war Oscar Straus’ Operette Die Perlen der Cleopatra, am 2. April feiert seine Neuproduktion von Mussorgskis Der Jahrmarkt von Sorotschinzi Premiere. Hier stellt er die Stücke vor, die seinem Herzen am Nächsten sind.

Gustav Mahler, Das Lied von der Erde; Wiener Philharmoniker, Bruno Walter (Leitung), Kathleen Ferrier (Sopran)

https://www.youtube.com/watch?v=iqCMTQ3uaPI

Ich habe Mahler mit etwa 13 Jahren entdeckt. Das Lied von der Erde ist sicher eines der großartigsten Musikstücke, die jemals geschrieben wurden. Besonders gefällt mir die Interpretation von Kathleen Ferrier und Bruno Walter, die ich zuerst mit etwa 15 gehört habe. Ich war damals unsterblich in einen Jungen aus meiner Schule verliebt, diese Musik spendete mir Trost für meine nicht erwiderte Liebe.


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