Johann Jakob Brahms (1806–1872) spielte, hauptsächlich in Tanzlokalen Hamburgs, Kontrabass und Horn, um das Leben seiner nicht gerade wohlhabenden Familie zu finanzieren. Sein 1833 geborener Sohn Johannes erhielt mit sieben Jahren erste Unterrichtsstunden am Klavier, hinzu kamen Unterweisungen im Violoncellospiel. Horn, Kontrabass und Klavier wurden – vielleicht bisher weniger beachtet – auf eine Weise zu den drei wichtigsten Instrumenten für den bald komponierenden Hamburger Jung. Seine Orchesterwerke probierte Brahms später häufig am Klavier aus; gerne zu vier Händen oder mit einem Kollegen am zweiten Flügel. Und jede*r Kontrabassist*in dieser Welt wird wohl kaum leugnen, dass gerade die Brahmsschen Symphonien – ganz im Gegenteil beispielsweise zu den viele Jahrzehnte später entstandenen Symphonischen Dichtungen von Richard Strauss – äußerst »spielbar« sind. Sie »liegen« einfach gut! Auch für Hornist*innen ist Brahms, der diesem Instrument in Form seines Trios Es-Dur op. 40 (1865) das mit Abstand bekannteste – ja, neben dem entsprechenden Werk von György Ligeti gefühlt einzige – Kammermusikwerk mit der schönen Besetzung Horn, Violine und Klavier zueignete, stets eine Wohltat. Kontrabass und Horn sind für Brahms keine nur harmoniestabilisierenden Instrumente, sondern orchestrale Zeichengeber, Signalinstrumente, wichtige Strukturschaffende… Ganz besonders deutlich wird dies angesichts der Symphonie No. 4 e-Moll op. 98.


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... ist Konzertveranstalter, Moderator, Komponist und Pianist. Er gestaltet innovative Konzertformate, arbeitet als Musik-Satiriker, schreibt Stücke für Solist:innen und Ensembles und Texte für VAN, die Wiener Philharmoniker, die New York Philharmonics und die Bamberger Symphoniker. 2019 war er als Schauspieler an der Volksbühne zu erleben.