Die litauische Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla stellt beim diesjährigen Musikfest Berlin einen der wichtigsten Künstler ihrer Heimat vor: Mikalojus Konstantinas Čiurlionis, der von 1875 bis 1911 lebte und als Maler genauso umtriebig war wie als Komponist. Čiurlionis wird damit in Berlin mindestens zum zweiten Mal wiederentdeckt: Schon 1979 widmeten ihm die Berliner Festwochen eine Ausstellung und drei Konzerte. Die Schriftstellerin, Dichterin und Malerin Aldona Gustas lieferte damals einen begleitenden Essay. Auch auf diesen lohnt sich ein zweiter Blick:
Berlin, 1979
Die aus Litauen stammende Lyrikerin und Malerin Aldona Gustas, die seit Kriegsende in West-Berlin lebt und durch zehn Gedichtbände sowie als Initiatorin der Künstlergruppe der »Berliner Malerpoeten« bekannt wurde, legt mit diesem Beitrag ein subjektives Bekenntnis zu Čiurlionis ab, dessen Lebensmilieu ihr aus ihrer Kindheit und durch spätere Reisen wohlvertraut ist. Viele ihrer Gedichte wurden auch in Litauen veröffentlicht.

