Titelbild jj look (CC BY-NC-ND 2.0) · Datum 14.2.2018

Der Musiker, die Kritikerin, der Kenner, die Marketing-Abteilung – sie reden über Klassik, aber was sagen sie eigentlich? Und vor allem: Worüber könnten sie stattdessen sprechen? Und mit wem?

Wie wir uns daran gewöhnt haben, perfekt zu sein.
Wie wir uns daran gewöhnt haben, perfekt zu sein.

»Auf das Konzert in … ›freue ich mich ganz besonders‹ (Ich weiß nicht, wo das ist und wie es da aussieht); Paganini ›ist eine spannende Herausforderung‹ (ich habe Angst); ›Natürlich, mit der Geige könnte ich viel mehr glänzen, aber sehen Sie, der Klang der Bratsche … genau dunkel und samtig.‹ (Wie kann man nur diesen Vergleich anstellen?)« Nils Mönkemeyer übersetzt die schöne Oberfläche ins echte Musikerleben und fragt, warum die Profis nur so selten sagen, was ihnen wirklich durch den Kopf geht.

Der Klassikkultur sind bei der Denkmalwerdung die Ich-Erzählungen abhandengekommen.
Der Klassikkultur sind bei der Denkmalwerdung die Ich-Erzählungen abhandengekommen.

Wenn die Musikerinnen schon keine persönlichen Geschichten erzählen können, kann man dann von den Hörern verlangen mit Bekenntnissen, Erinnerungen und Erfahrungen herauszurücken? Ja, denn: »Was ist das für eine Kultur, über die zu sprechen nur Expertise erlaubt, in der man Musik nicht einfach nur hören, irgendwie finden und mit seiner eigenen Lebenswelt in Bezug setzen darf?« Hartmut Welscher mit einem Pladoyer für mehr Ich-Erzählungen.

Wenn Worte anfangen, den Blick zu behindern. Versuch von ein paar Klärungen.
Wenn Worte anfangen, den Blick zu behindern. Versuch von ein paar Klärungen.

Worthülsen, Recruiting, Formalien und Champions-League-Rhetorik. Tobias Ruderer mit einer kleinen Sprachkritik.

Rausch & Räson – Volker Hagedorns Kolumne. Folge 8
Rausch & Räson – Volker Hagedorns Kolumne. Folge 8

»Die Chance, auf einen krachenden Verriss zu stoßen, ist so klein geworden wie der bedruckbare Platz für die ›Klassik‹ selbst.« Volker Hagedorn vermisst klare Kante und Polemiken in einer Welt, in der Journalisten als »Marketingpartner« gesehen werden und nichts mehr wehtun darf.