Mit ihrem Asasello Quartett hat Barbara Streil Rolf Riehms Tempo
strozzato eingespielt. Von Riehm, 1937 geboren, sagt man,
er bewege sich außerhalb traditioneller und jüngerer Kompositions-
theorien, mache alle nur denkbaren musikalischen Gesten und Ausdrucksmöglichkeiten zu Metaphern für philosophische und andere Gedanken.
Bei Rolf Riehms Tempo strozzato musste ich, bevor wir uns mit dem Asasello-Quartett das Stück »einverleibt« haben, immer an die Strozzapreti denken: die kleinen gedrehten, wörtlich eben »gewürgten« italienischen Nudeln. Ob sie so heißen, weil sich die Priester, preti, in ihrer Gier daran verschluckten oder die Hausfrauen die Nudeln so furios drehten, als würden sie einen Priester würgen – ich weiß es nicht. In jedem Fall steckt dahinter ein emotionaler Akt, widerborstig, kratzbürstig, dagegen.

