Mit Stockhausen nicht im Tresor

Einmal habe ich Karlheinz Stockhausen live erlebt. Und ich erinnere mich, dass er mir damals irgendwie leid getan hat. 

Das muss 1999 gewesen sein, und in der Neuen Nationalgalerie in Berlin wurden die Hymnen und ein Auszug aus Licht gegeben – genauer gesagt, von der Festplatte abgespielt. Richtige Musiker/innen oder gar ein Orchester gab es nicht. Alles war vorproduziert, und der Gewinn des Konzertbesuchs gegenüber dem Hören einer CD bestand darin, dass man die Kompositionen in einem von Stockhausen angefertigten Raummix zu hören bekam. Die Nationalgalerie hat – was man wegen ihrer Marmorböden und Glaswände nicht glauben mag – einen ziemlich guten Klang, und für das Konzert war viel technischer Aufwand mit Batterien von unter der Decke hängenden Lautsprechern betrieben worden, die nach einem von Stockhausen ausgetüftelten Plan platziert worden waren. 


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