Dieses Festival gehört niemandem

Konstantin Udert von der Jungen Norddeutschen Philharmonie (jnp) und Joseph Varschen, Musiker, DJ und Veranstalter, stehen recht verloren in der riesigen Halle einer alten Torpedo-Versuchsanstalt am Tollensesee in Neubrandenburg. Vor dem inneren Auge: tanzende und lauschende Menschen, Bars, Nebel, verrückte Bretterkonstruktionen, die den Raum in eine fantastische Parallelwelt verwandeln, Musik irgendwo zwischen Techno und Schönberg. Vom 26. bis 28. Juli soll hier das Detect Classic Festival stattfinden, zum ersten Mal in Neubrandenburg.

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Wie man die Halle irgendwie gemütlich, familiär bekommt ist noch die Frage. Zum Glück sind für die Lösung dieses Problems nicht die beiden verantwortlich, sondern die Kollektive Jonny Knüppel und Werkstatttraum. Letztere beschreiben sich selbst als »selbstverwalteten, multidisziplinären, kreativen und kollaborativen Raum für Kunst- und Kulturgeschehen in Kreuzberg 36«.Den Kontakt zu den Kollektiven hat Joseph hergestellt. Bei Detect ist er außerdem für das Booking, insbesondere für den Bereich der elektronischen Musik, zuständig. Ansonsten arbeitet er als Techno DJ, ist Teil der electronica live Band AFAR, Filmmusiker und Mitveranstalter zahlloser Open Airs und Raves. Jetzt zerbricht er sich den Kopf über Essensstände, Bühnen und Safe Spaces in den Räumen der 1941–42 erbauten Torpedotestanstalt, in der später zu DDR-Zeiten Panzer repariert wurden. Ist das der passende Ort für ein Festival? »Wir gehen an den Randbereich, die alte Rüstungsfabrik, die diese Transformation ganz dringend braucht«, erklärt Joseph. »Ein Schlosspark oder eine Bibliothek brauchen die Transformation nicht, eine alte Torpedofabrik schon.«


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