»Ich will nicht, dass die Leute eine Eintrittskarte kaufen, um eine ›entartete‹ Operette zu sehen.«
Vor einiger Zeit schrieb mir Barrie Kosky und fragte mich, ob ich ihm nicht helfen wolle bei der Planung einer Performance im Rahmen der Eröffnungsfeier der Gay Games 2026, einer LGBTQ-Sportgroßveranstalung, um deren Ausrichtung sich die Stadt München damals beworben hatte. Kosky hätte die Zeremonie konzipiert, wenn München den Zuschlag bekommen hätte. Dies war jedoch nicht der Fall und so wird die Welt nie Zeugin werden dieser Performance, deren erste Entwürfe Kosky und ich bereits mit der Künstlerin Liz Rosenfeld und der Literaturprofessorin Elahe Haschemi Yekani skizziert hatten: eine Art Fiebertraum über die bewegte Geschichte des queeren Lebens in Deutschland, inklusive stepptanzender Leni Riefenstahl und mindestens eines Auftritts von Ludwig II.
Seitdem sind wir befreundet. Für dieses Gespräch treffen wir uns in einem Café um die Ecke, Koskys Goldendoodle-Mischling Sammy ist wie immer mit dabei und springt um unsere Füße. Wir sprechen über Koskys Zeit an der Komischen Oper, die vor zehn Jahren begann und diesen Sommer mit der Produktion Barrie Kosky’s All-Singing, All-Dancing Yiddish Revue endet, das Problem mit den Probenzeiten, jüdische Kultur in Deutschland und die Attacke eines katholischen Priesters während der Bayreuther Festspiele.
VAN als unabhängiges Magazin wird maßgeblich über Abos getragen. Mit Ihrem Abo ermöglichen Sie unsere Arbeit und sichern die Zukunft von VAN.
Füge diese URL in deine WordPress-Website ein, um sie einzubetten
Füge diesen Code in deine Website ein, um ihn einzubinden