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Veröffentlicht inPorträt

Raus aus der Komfortzone

Mit einer grandios freihändigen Prozession über den Giovanni-Mythos gelang Ulrike Schwab der Durchbruch. Was an der Neuköllner Oper mitten im Publikum zündete, hatte die Intensität einer von innen brennenden Kollektiv-Performance. Die junge Regisseurin, bislang vor allem in der Freien Szene unterwegs, hat jüngst erste Erfahrungen mit einem Repertoire-Hit auf der großen Bühne eines Stadttheaters gesammelt […]

Veröffentlicht inInterview

»Es ist nicht mehr das Orchester als anonyme Masse.«

Ab der Saison 2022/23 kommt Erina Yashima als Erste Kapellmeisterin an die Komische Oper und damit zurück nach Berlin, wo sie vor einigen Jahren an der Musikhochschule Hanns Eisler Dirigieren studierte. Aktuell arbeitet sie (seit 2019) als »Assistant Conductor« mit Yannick Nézet-Séguin und dem Philadelphia Orchestra, in den Jahren zuvor lernte sie im Rahmen eines […]

Veröffentlicht inEssay

»Wenn der Zeitgeist durchhängt und das Gemüt schwer wird, blüht das Leichte besonders bunt.«

In Gefahr und höchster Not, bringt oft Operette Trost. Als am 14. April 1912 kurz vor Mitternacht die Titanic mit einem Eisberg kollidierte und in den Tiefen des Nordatlantiks verschwand, sollen die Musiker der Bordkapelle den Untergang mit Walzern, Foxtrotts und populären Melodien begleitet haben. Das kurze Glück vor dem nassen Tod: Im Tanzsalon des […]

Veröffentlicht inPorträt

Theater mit Musik

Als Karlheinz Stockhausen fünf Tage nach den Terrorflügen in die Türme des New Yorker World Trade Centers bei einem Pressegespräch mit dem Schock-Ereignis »das größte Kunstwerk, was es je gegeben hat« assoziierte (um über seine verstiegen-abgedrehte Spontaneingebung quasi im gleichen Atemzug selber zu erschrecken), ließen harsche Reaktionen bis hin zu Boykottaufrufen nicht lange auf sich […]

Veröffentlicht inInterview

»Es gibt eine ganze Menge Puritanismus und Verklemmtheit in der klassischen Musikindustrie.«

Es gibt wenige Sängerinnen, die sich musikalisch so stilsicher durch verschiedene Genres und Epochen der Musikgeschichte bewegen wie Anna Prohaska. Wenn sie wie in ihrem mit Patricia Kopatchinskaja entworfenen Programm Maria Mater Meretrix an einem Abend Musik von Hildegard von Bingen, Crumb, Eisler, Tavener und Kurtág miteinander verbindet, wird das nie beliebig, aufgesetzt oder prätentiös, […]

Veröffentlicht inPorträt

Die letzte Assoluta

Eine Diva war sie nicht. Jedenfalls keine im Sinne jenes Typus der fragilen Göttin, die, aus grautrüben Verhältnissen zu den Sternen aufgestiegen, lichterloh brennt und stets in Gefahr steht, plötzlich zu verglühen. Allüren, Extravaganzen, die Kultivierung einer Aura des Unbotmäßigen, Unberechenbaren, Unergründlichen waren ihr fremd. Sie ist durch Krisen gegangen, hat Rückschläge erlebt, doch nie […]

Veröffentlicht inKritik

Wenn der Joker zweimal klingelt

Stefan Herheims neuer Berliner Ring des Nibelungen endet, bevor er sich schließt: mit der Götterdämmerung vor dem Siegfried. Wobei der Untergang von allem ja zwangsläufig ist – aber doch nicht so! Ein Debakel, aber mit Ereignissen. Selten so lapidar erlöst worden: Die Reinigungskraft mit medizinischer Maske fegt auf der Bühne zusammen, und natürlich wischt sie […]

Veröffentlicht inSerien

What’s up with … Weber?

Carl Maria von Weber ist ein Nordlicht. Er kam im November 1786 in Eutin zur Welt. Daheim wurde eifrig musiziert. Und man reiste viel in Sachen Kunst: Die Eltern – Musikerin und Musiker – gründeten ein fahrendes Theater. Und auch durch Carl Marias Cousine Constanze (1762–1842) lag der Duft von Ruhm und Legendentum in den […]

Veröffentlicht inKritik

Erneuerung im Leisen

Endlich wieder Konzert und Oper, die einen mit Klang umhüllen wie das Fruchtwasser einen Embryo. Endlich wieder die Millisekunden spüren, die der Ton braucht, bis er das Trommelfell berührt. Das Abdunkeln der Saallichter, das angespannte Warten, bis der Dirigierstab mit dieser sonderbaren Mischung aus Wille und Schwerkraft fällt, die Spucke der Sänger:innen, die wie Staub […]

Veröffentlicht inKritik

Aus Intoleranz wird Ignoranz.

Intolleranza 1960 zeigt in der aktuellen Neuinszenierung der Salzburger Festspiele eine äußerst kraftvolle und kongeniale Entfaltung und Fortschreibung von Nonos großem szenischem Experiment aus dem Jahr 1961. In Venedigs legendärem Opernhaus La Fenice uraufgeführt, sprengte das Werk damals nicht nur Konventionen sondern auch die herkömmlichen Dimensionen und Sujets von Musiktheater: eine Bergarbeitersiedlung, eine Friedensdemonstration, eine […]