Veröffentlicht inRausch & Räson

Tasten in Freiheit

Überall wird gestreamt – schön, aber hört noch jemand Aufnahmen? Sie klingen besser, sie wurden unter Idealbedingungen konzipiert und realisiert als Kunstwerke fürs heimische Hören. Volker Hagedorn empfiehlt drei Pianist:innen und zwei Komponisten, für die der Mainstream noch nie eine Option war. Hört eigentlich noch jemand CDs, oder wird nur noch gestreamt? So toll es […]

Veröffentlicht inRausch & Räson

Wenn die Musik erstickt.

Rund 55.000 Menschen arbeiten in Deutschland als Freischaffende für die Musik. Schon vor Corona taten sie das überwiegend am Existenzminimum, jetzt stehen sogar Spitzenensembles am Abgrund. Volker Hagedorn fragt sich, was die Arbeit dieser Künstler:innen für unsere Gesellschaft bedeutet. Mich erreichte die erste Absage auf der Rückreise von einer Lesung, der letzten für unabsehbare Zeit. […]

Veröffentlicht inRausch & Räson

Fettlöser

Es gibt Aufnahmen, die man nach einem Hören nie mehr vergisst. Drei Favoriten aus den 1930ern hat Volker Hagedorn jetzt wieder erkundet – und festgestellt, dass die Dirigenten Walter, Toscanini und Mengelberg noch immer jeden lebenden Kollegen herausfordern. Und die Hörer*innen sowieso. Gefährlicher ist der Wald nie gewesen, gehetzter kein Flüchtender. Wer das hört, kann […]

Veröffentlicht inRecherche

Zauberland, abgebrannt

Ausgewählte VAN-Artikel gibt es jetzt auch zum Hören. Hier geht’s zu unserem Angebot auf Spotify. Jauchzet, frohlocket! Dank hunderter von Weihnachtsoratorien bringen jetzt wieder viele Freischaffende ihr Jahresnetto in den fünfstelligen Bereich. Kein Witz! Bei der Künstlersozialkasse sind für die Musik 54.575 freiberuflich Tätige aller Genres gemeldet, und ihr jährliches Durchschnittseinkommen von 14.500 Euro bleibt […]

Veröffentlicht inPorträt

»This will be very good.«

Heiße Herbstsonne brennt auf das Gewerbegebiet, nebenan rauscht der Verkehr auf der A96. Äußerster Westrand von München, trostloser geht es kaum. Der Taxifahrer rollt am Parkplatz eines Supermarkts vorbei, laut Navi ist das Ziel erreicht. Da, die Nummer 6! Ich steige aus. An der Glastür des grauen Kastens klebt nur ein Zettel: »ECM Büro im […]

Veröffentlicht inSerien

Mazurka am Stadtrand

Es hat Vorteile, nicht richtig Klavier spielen zu können. Wie es ist, als Amateur mit einer Mazurka von Chopin zu leben, wie sie mit ihrem Geheimnis zum Teil der Umgebung wird – Volker Hagedorn ist mit mühsam ertasteten 20 Takten aus den 1830ern glücklicher als mit einer bequemen Youtube-Session. Das Stück begleitet mich seit Wochen, […]

Veröffentlicht inInterview

Erstmal den Mond anheulen.

Bühnenbildner stehen oft im Schatten der Sängerinnen, Schauspieler und Regisseurinnen – dabei erschaffen sie den Raum, in dem sich ein Stück, eine Regie entfalten kann, der auch unser Hören lenkt und an den sich Erinnerungen knüpfen können. Rufus Didwiszus, 1967 in Köln geboren, hat viele solcher Räume geschaffen, zuletzt den lauschig-abgründigen Guckkasten für Barrie Koskys […]

Veröffentlicht inRausch & Räson

Tortellini für Cellini

Zuerst ging es nur um einen Happen nach dem Konzert und die Wüste mitten in Berlin. Dann geriet Volker Hagedorn ins Grübeln über kryptoprotestantische Vorbehalte gegenüber der Nähe von Kunst und Labung. Wie sedativ ist Pausenwein, wie affirmativ das Schnitzel danach? Sehr deutsche Fragen, auf die Gioacchino Rossini eine bessere Antwort gibt als Gottfried Benn. […]

Veröffentlicht inRausch & Räson

I don’t believe in yesterday.

Noch immer wird Musikgeschichte geschrieben und wahrgenommen, als hätte nichts anders kommen können. Nicht J. S. Bach und die Beatles sind Fiktionen, aber unsere Gewissheiten über sie. Volker Hagedorn plädiert für offeneres Hören – und mogelt einen Outsider an der Jury der Platzverteiler vorbei. Im Film Yesterday hat ein rätselhafter Zwischenfall fast alle Spuren der […]

Veröffentlicht inSerien

Entgiftungs-Tarantelle

Vor 200 Jahren kam in Köln Jacques Offenbach zur Welt – heute ist er noch längst nicht fertig entdeckt. Verblüfft lauscht Volker Hagedorn der frühen Cellomusik und liest ein spätes Reisebuch, um festzustellen: Der Virtuose Offenbach und der politische Beobachter – beide sind höchst aktuell. »Wie von der Tarantel gestochen« lautet die Redewendung, die mit […]