»Und am Ende will es niemand gewesen sein.«

Die drastischen Kürzung im Haushalt treffen in Köln besonders auch die Kulturszene: Bereits im November wurde bekannt, dass die Stadt unter anderem beabsichtigt, die Förderung für »Acht Brücken«, eines der wichtigsten Festivals für zeitgenössische Musik im deutschsprachigen Raum, komplett einzustellen. Letzte Woche wurde diese Entscheidung vom Stadtrat mit der Mehrheit von Grünen, CDU und Volt beschlossen. 2011 fand Acht Brücken erstmals statt – mit einem Fokus auf Pierre Boulez, der auch das Eröffnungskonzert dirigierte. Ein Gespräch mit Louwrens Langevoort, Gesamtleiter und Geschäftsführer der Achtbrücken GmbH und Intendant der Kölner Philharmonie, über die Hintergründe der Entscheidung und die Zukunftsperspektiven für das Festival. 

VAN: Hat die Entscheidung des Stadtrats, die Förderung von Acht Brücken einzustellen, Sie überrascht – oder war sie absehbar?

Louwrens Langevoort: Sie war absehbar. Gewundert hat mich nur, dass von der Oberbürgermeisterin [Henriette Reker] und dem Kulturdezernenten [Stefan Charles] jetzt gar nichts mehr kam. Beide sind im Aufsichtsrat der KölnMusik GmbH, der sich im Dezember einstimmig für den Erhalt des Festivals ausgesprochen hat. Also wenn man dann nichts macht, dann sind das einfach Lippenbekenntnisse Das ist eine Art des Umgangs … eigentlich waren es nur Hinhaltungen. Und am Ende will es niemand gewesen sein.


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